Darüber hinaus entfaltet der ABB-Cobot auch in vielen weiteren industriellen Einsatzgebieten seine Vorteile: Dazu zählen das Schleifen und Polieren, verschiedene Montageaufgaben, Pick&Place-Anwendungen sowie Inspektions- und Testszenarien. Und auch in der Kreislaufwirtschaft kommt der Cobot erfolgreich zum Einsatz: Das Gütersloher Startup Repartly nutzt drei GoFa-Cobots, um Platinen ausgedienter oder defekter Haushaltsgeräte für die weitere Verwendung zu reparieren.
Drei Fragen an Martin Kullmann, Leiter der Robotics-Division

ROBOTIK UND PRODUKTION: Cobots sind heute aus hochautomatisierten industriellen Prozessketten nicht mehr wegzudenken. Von welchen konkreten Vorteilen profitieren Unternehmen durch den Einsatz kollaborativer Robotik?
Martin Kullmann: Die Vorteile von Cobots liegen klar auf der Hand: Sie verfügen über kompakte Maße, lassen sich schnell umrüsten und einfach programmieren. Das ermöglicht eine flexible Anpassung an neue Anforderungen oder Prozesse. Cobots sind daher für kleine Losgrößen und häufige Produktwechsel geeignet. Unternehmen können so auf eine schwankende Nachfrage oder einen hohen Individualisierungsgrad der Produkte reagieren. Zudem sind Cobots in der Lage, verschiedene Aufgaben im Rahmen von Fertigung und Montage präzise und wiederholgenau auszuführen. Das reduziert die Fehleranfälligkeit sowie Nacharbeit und sichert ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau. Ein weiterer Vorteil: Kollaborative Robotik ebnet den Weg für eine effiziente Mensch-Roboter-Kollaboration ohne Schutzzaun. So lässt sich menschliche Flexibilität und robotische Präzision bestmöglich verbinden – und zwar unter Einhaltung hoher Sicherheitsstandards.
ROBOTIK UND PRODUKTION: Wodurch heben sich die Cobot-Lösungen von ABB vom Wettbewerb ab?
Unsere GoFa-Cobots überzeugen nicht nur durch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Sie integrieren sich auch nahtlos in dynamische Arbeitsumgebungen. Ihr vielseitiges Design, kombiniert mit passender Traglast und großer Reichweite, ermöglicht eine präzise und anpassungsfähige Ausführung verschiedener Aufgaben im Fabrikumfeld. Die maximale TCP-Geschwindigkeit sorgt für schnelle und präzise Reaktionen in verschiedenen Anwendungen und industriellen Umgebungen.
ROBOTIK UND PRODUKTION: Wie entwickelt sich die Robotik in Zukunft weiter?
Roboter werden in Zukunft nahtlos, in Echtzeit und ohne menschliches Zutun zwischen Aufgaben wechseln. Wir nennen diese Entwicklung Autonomous Versatile Robotics (AVR). Diese clustern wir in sechs Kernkompetenzen und kombinieren hierzu mehrere Technologien: No-Code-Programmierung, Sprachsteuerung und Lead-Through-Programmierung vereinfachen die Interaktion. Wir fördern mit Sensoren, Kameras und KI die Autonomie, sodass Roboter selbstständig agieren und ihr Verhalten dynamisch anpassen. Wir optimieren die kollisionsfreie Bewegungssteuerung kontinuierlich. Darüber hinaus verbessern wir die semantische Navigation: Mobile Roboter erkennen nicht nur Objekte, sondern verstehen deren Bedeutung im Kontext. Und zu guter Letzt arbeiten wir an der Geschicklichkeit: Sensorik und KI-Modelle ermöglichen eine präzise Handhabung – z.B. beim Greifen, Sortieren oder Montieren.




















