
Robotik an sich ist noch kein Wettbewerbsvorteil. Der ergibt sich erst daraus, wie effektiv AMR innerhalb des gesamten Systems koordiniert werden. Es zählen nicht nur Geschwindigkeit, Durchsatz oder Nutzlast, sondern eben auch, wie nahtlos diese Technologien in die durchgängigen Prozesse integriert werden.
Von der Koexistenz zur Koordination
Fulfillment-Umgebungen sind oft ein Flickenteppich aus unverbundenen Systemen. Speziell in der Logistik arbeiten AMR, Ware-zur-Person-Lösungen und Gerätschaften für die Handhabung von Material und Waren häufig parallel statt synchron. Dies hat versteckte Ineffizienzen und nicht optimal ausgelastete Ressourcen zur Folge und erhöht die betriebliche Komplexität. Selbst wenn jede Technologie für sich genommen ihre Aufgabe gut erfüllt, wird ohne übergreifende Koordination das tatsächliche Potenzial nicht annähernd ausgeschöpft.
Hier kommt die Intelligent Supply Chain Execution ins Spiel, die intelligente ausführende Logistik. Dabei fungiert eine Kombination aus Warehouse Management System (WMS) und Warehouse Control System (WCS) nicht nur als Steuerung der einzelnen Komponenten, sondern als intelligente Ausführungsebene und operatives Gehirn des Lagers. Diese verbindet Systeme, Technologien und Ressourcen und ermöglicht die Echtzeit-Koordination zwischen Menschen, Robotern und Automatisierung. Unter Nutzung von Daten aus dem WMS – Bestellungen, Prioritäten, Lagerbestände usw. – trifft das WCS kontinuierlich Entscheidungen und führt diese unmittelbar selbständig aus, zunehmend gestützt durch datenbasierte Analysen und KI-gesteuerte Optimierungen. Dies ermöglicht es dem System, mehrere Variablen gleichzeitig zur bestmöglichen Sequenzierung zu bewerten, wie z.B. die Dringlichkeit von Bestellungen, die Verfügbarkeit von Ressourcen, Engpässe oder Einschränkungen bei den nachgelagerten Prozessen.
Wesentliche Aufgaben werden in dieser Software-Architektur dynamisch zugewiesen. Das geschieht nicht nur auf der Grundlage statischer Regeln, sondern auch anhand erlernter Muster und Prognosen. Dadurch werden bislang isolierte Aktivitäten in einem synchronisierten, leistungsstarken Prozess gesteuert. Die Intelligent Supply Chain Execution zielt also nicht nur auf Transparenz und Planbarkeit, sondern auch darauf Daten in Echtzeit in Entscheidungen und Entscheidungen in Maßnahmen umzuwandeln. Bestehende Systeme sollen nicht ersetzt, sondern wirkungsvoller eingesetzt werden. Mit PC-based Control und XTS reduziert Komax SLE den Maschinen-Footprint um 45 % und steigert Flexibilität in der Kabelverarbeitung. ‣ weiterlesen
45 % weniger Footprint mit XTS
Mittels einer einheitlichen, intelligenzgesteuerten Ausführungsebene lassen sich spürbare Wettbewerbsvorteile realisieren. So können die Auslastung von Personal und Automatisierungstechnologien maximiert, Engpässe und Leerlaufzeiten durch vorausschauende Prozessoptimierung reduziert und der Durchsatz ohne proportionale Kostensteigerungen verbessert werden. Auf sich dynamisch verändernde Nachfragesituationen oder Ereignisse wie Störungen im Betriebsablauf kann unmittelbar und automatisch reagiert werden.
Dazu werden Planung, Orchestrierung und Ausführung eng miteinander verknüpft, statt als separate Layer zu agieren. Prognosen, Bestellmuster oder Ausnahmen lassen sich direkt in automatisierte Ausführungsentscheidungen umsetzen. Im Laufe der Zeit können Modelle des maschinellen Lernens diese Entscheidungen weiter verfeinern, indem sie Ineffizienzen identifizieren, Engpässe vorhersagen und die Strategien zur Aufgabenverteilung kontinuierlich verbessern. Auf diese Weise wird das WCS zu einem Multiplikator früherer Investitionen, der auch bestehende Systeme miteinander vernetzt, intelligenter und reaktionsfähiger macht. Automatisierung leicht gemacht: Kompakte Roboterschweißzellen ermöglichen KMU den wirtschaftlichen Einstieg ins Roboterschweißen. ‣ weiterlesen
Moderne Einstiegslösungen in die Automatisierung
Orchestrierung in der Praxis
In ihren branchenübergreifend immer anspruchsvolleren Märkten setzen Unternehmen in der Logistik und im Fulfillment zunehmend auf das Konzept der Intelligent Supply Chain Execution. So hat ein führender 3PL-Dienstleister – spezialisiert auf die schnelle und kostengünstige Abwicklung von Online-Shop-Bestellungen – mit Unterstützung von Infios manuelle Tätigkeiten, Automatisierung und Robotik in ein einheitliches Framework und eine hochvernetzte Fulfillment-Umgebung integriert. Innerhalb dieses Ökosystems werden AMR, Ware-zur-Person-Systeme, Sortieranlagen und manuelle Arbeitsplätze orchestriert, Bewegungen in Echtzeit koordiniert und sämtliche Abläufe in der Kommissionierung, Sortierung und Verpackung dynamisch gesteuert. Da alle Komponenten innerhalb einer einzigen Ausführungsebene arbeiten, passt das System Roboterbewegungen, Aufgabenverteilung und Arbeitsabläufe kontinuierlich in Echtzeit an. Dies ermöglicht eine Ausbalancierung der Arbeitslasten, eine Verringerung von Engpässen und eine effektive Priorisierung von Aufträgen, wodurch eine gleichmäßige Auslastung auch in Spitzenzeiten gewährleistet ist. Das Ergebnis sind höhere Produktivität, eine schnellere Einarbeitung der Mitarbeitenden und nahtlose Transparenz über den gesamten Betrieb hinweg. Integrierte Versandfunktionen steigern die Leistung zusätzlich, indem sie eine intelligente, datengesteuerte Auswahl von Carriern auf Basis von Kosten, Servicelevels und Lieferleistung ermöglichen.
Intelligente Ausführung in einer komplexen Welt
Auch wenn Arbeitskräfte unverändert knapp sind und die Erwartungen an die Auftragsabwicklung steigen, sollten Unternehmen von isolierten Automatisierungsinitiativen absehen. Diese bringen keine Quick Wins, sondern erhöhen in der Regel die Komplexität stärker als die Leistung. Hohen Investitionen in Technologie und Planung stehen nur begrenzte Möglichkeiten gegenüber, diese in konsistente, praktische Leistung umzusetzen.
Die Intelligent Supply Chain Execution schließt diese Lücke, indem sämtliche Arbeitsabläufe orchestriert und kontinuierlich angepasst werden. KI-gestützt werden Veränderungen und Störungen antizipiert und passende Entscheidungen gefällt. Das Ergebnis ist eine synchronisierte Umgebung, in der AMR, Menschen und Automatisierungstechnologien als ein zusammenhängendes, kontinuierlich lernendes System agieren. Das Lager wird zu einer anpassungsfähigen, intelligenten Ausführungsmaschine, die in Echtzeit reagieren, effizient skalieren und die ständig steigenden Kundenerwartungen erfüllen kann.
















